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Ofenhuhn mit Zitrone und Estragon

3. März 2006

Ich weiß nicht, ob es ein Klassiker ist, jedenfalls scheint das in England so zu sein. In jedem Fall ist es für zwei Tage oder vier Personen ausreichend und dabei fast ein Selbstgänger, weil es im Ofen gart. Die Gemüse garen einfach im Ofen mit und die Sauce bildet sich quasi von alleine. Kann es schöner sein?

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Zutaten
Ein hübsches Huhn || 1 Zitrone || ½ Bund Estragon || 500g Kartoffeln || 3 Zehen Knoblauch || 4, 5 Zwiebeln || Salz, Pfeffer ||

Vorgehenstelegramm
Kartoffeln fast gar kochen und in grobe Stücke schneiden || Huhn innen und außen waschen, trocken, salzen, pfeffern || Hälfte des Estragons in die Bauchhöhle || Zitrone heiß waschen, ca 10x mit einem kleinen Messer einstechen und die Bauchhöhle damit verschließen || Ofen auf 170 Grad erhitzen || ofenfeste Form mit Olivenöl einreiben, und mit dem übrigen Estragon belegen || Huhn in die Mitte legen || Kartoffelstücke, Knoblauch und Zwiebelstücke herumdrapieren || für ca 1 Std. in den Ofen und Backen, bis die Farbe, tja, gold-bronzebraun ist, bzw. die Schenkel gar sind

Grundsätzliche Gedanken
Etwas im Ofen zuzubereiten ist immer schön. Schön einfach und die Aromen verbinden sich ohne zu viel Flüssigkeit. Das eher neutrale Hühnerfleisch wird durch die Kräuter und Zitrone „parfümiert“ und intensiviert. Die Haut wird knusprig und die Beilagen werden sehr Lecker, weil sie quasi in Hühnerfond garen.
So ein Huhn kann als erster Schritt zu größeren Braten dienen, denn es ist im Prinzip unanfälliger, als Bratenstücke.
Natürlich ist jedes Gemüse hier möglich, ebenso, wie alle Kräutervarianten.
Der einzige ernsthaft schwierige Aspekt ist die Garzeit im Allgemeinen sowie die unterschiedliche Garzeit von Brust und Schenkel. Das kann man versuchen zu umgehen, indem man die Schenkel ein paar Mal einschneidet und so die Garzeit verkürzt. Die generelle Garzeit hängt stark von der Qualität des Huhns ab – ist es viel gelaufen, ist das Fleisch dunkler und fester und braucht entsprechend länger. Die klassische Garprobe ist, mit einer dicken Nadel tief in die dickste Stelle des Schenkels zu stechen. Kommt klare Flüssigkeit, ist alles ok, ist es blutig, weiterbacken. Zudem sollten die Schenkel nicht an den Körper gebunden werden, denn dann brauchen sie noch länger. Das Zusammenbinden oder „dressieren“ kommt aus der klassischen Küche und dient nur der Beibehaltung der Form.

Gutmütigkeiten
So ein Huhn ist an sich recht pflegeleicht, wenn Sie es bei gewöhnlicher Ofentemperatur, also zwischen 160-180 Grad garen, so ist es fertig, wenn es schön goldbraun, mit einem Brozeeinschlag ist. Für den Heimgebrauch reicht eine Zeitspanne von plus/minus 30 Minuten völlig aus (wobei die Garzeit eher länger als kürzer ist).
Die Gemüse garen von selber oder sind schon vorgegart, was sich bei harten Sorten, wie Karotten oder Kartoffeln, empfiehlt.

Weiterführende Gedanken
Für gewöhnlich verwenden Sie die Brust und die Keulen des Huhns zum essen und behalten einen nicht unerheblichen Knochenberg mit Fleischresten zurück. Den können Sie in eine nette Brühe (Fond) verwandeln: Einfach die Knochenreste (Karkasse) in einen hohen Topf geben, Karotten, Zwiebeln und Sellerie (Röstgemüse, bzw. Mire poix) dazu geben, aufkochen und für 30-45 Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieg abgießen. Fertig. Hübsches Recycling.

Am Rande
Einen Fond kann man aus allen Knochen erstellen. Das ergibt eine schöne Basis für Suppen oder Saucen. Werden Knochen und Gemüse geröstet, wird alles dunkler und man kann eine Jus oder Basissauce erstellen. Das ist einen dunkelbraune, kräftige, reduzierte Sauce.

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