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Archiv für die Kategorie ‘Semmelknödel’

Semmelknödel

3. März 2006 Kommentare ausgeschaltet

Ein Brotrecycler. Ich sammele altes Weißbrot, lasse es trocknen und habe die wunderbare Grundlage für Semmelknödel. „Wunderbar“ meine ich deshalb, weil in diesem Fall die Verwertung von „Resten“ zu etwas geschmacklich völlig neuem führt. Lecker, billig und clever – kann es schöner sein?

Zutaten
Altes, Trockenes Weißbrot (etwa die Menge von eineinhalb Baguettestangen) || 3 Eier || 300 ml Milch || gehackte Petersilie || 1-2 Zwiebeln || 1 EL Butter || eventuell Mehl, Kartoffelstärke oder Paniermehl

Vorgehenstelegramm

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Zwiebeln in Würfel schneiden und in der Butter Anschwitzen || mit der Milch ablöschen || Petersilie dazugeben || aufkochen || unterdessen das Brot in grobe Würfel scheiden (vielleicht 3×3 cm) und in eine ausreichend große Schüssel geben || die Milch-Zwiebel-Petersilienflüssigkeit heiß dazugießen || verrühren und ziehen/abkühlen lassen, bis es handwarm ist || Salz, Pfeffer und Eier dazu geben || vermengen und verkneten || weiter ziehen lassen, bis alles eingeweicht ist (bis zu zwei Stunden) || Die Masse soll sich gut zu Klößen formen lassen ||
zu fest? Mit Milch, Sahne oder Wasser vorsichtig verdünnen, bis die Masse die gewünschte Konsistenz hat. Zu flüssig? Jetzt kommt das/kommen die oben erwähnt(en) „Trockenmittel“ zum Einsatz – bis die Konsistenz stimmt. ||
Während die Klöße geformt werden (zwischendurch mal Hände mit Wasser befeuchten, dann klebt es nicht so), gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen || Klöße hineingeben, Temperatur runter drehen || Klöße unter Siedetemperatur für 15-20 Minuten gar ziehen lassen

Grundsätzliche Gedanken
Klar Recycling. Aufgepeppt mit Zwiebeln, Butter Milch und Kräutern. Das Ei ist für zusätzliche Bindung (Aufgeweichtes Brot bindet ja auch schon). Semmelknödel sind eine kräftige Sättigungsbeilage, die im Prinzip leicht gemacht ist, die einzige Schwierigkeit besteht in den Proportionen – Flüssigkeit zu Brot. Zu Anfang macht man sich vielleicht sorgen, dass zu viel oder zu wenig Milch im Brot ist, aber das wird Größenteils aufgesaugt, genauso wie das Ei. Ansonsten befleißigt man sich halt der hausgemachten Gutmütigkeiten.
Die Einweichzeit ist so lange, weil die Brotkruste lange braucht um weich zu werden. Sie können auf die Rinde verzichten, aber insbesondere nicht völlig weiche Klöße sind beim Essen interessant.

Gutmütigkeiten
Österreichische Puristen würden mich wahrscheinlich in Paniermehl ersäufen, weil es „nicht so gehört“ aber Paniermehl und Kollegen erleichtern das Erreichen der gewünschten Konsistenz erheblich. Genauso wie das Verdünnen andersherum.
Wenn die Klöße erst einmal gut formbar sind, so werden sie auch im Wasserbad halten, wo das Ei stockt und weitere Stabilität gibt.
Im Wasserbad kann man die Semmelknödel gut warm halten, sie verwässern erst nach sehr, sehr langer Garzeit wieder.

Weiterführende Gedanken
Sicher kann man mit den Kräutern variieren, oder mit Brioche eine süße Variante machen. Klassische Ableitungen sind die Serviettenknödel, die hinterher noch einmal gebraten werden und so durch zusätzliche Röstaromen bestechen. Ich mache das manchmal am nächsten Tag, quasi als Recycling des Recycling. Klssischerweise kann man auch in den Milch-Zwiebelansatz Speckwürfel geben, was die Masse „herzhafter“ macht.

Am Rande
Ich habe lange mein altes Brot einfach weggeworfen. Mittlerweile habe ich nicht mehr genug davon. Die Semmelknödel konkurrieren mit der Pappa al Pomodoro. Aus altem, dunklen Brot mache ich gelegentlich Schwarzbrotpanade.

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