Entenbraten mit Äpfeln, Broccoli und Petersilienwurzel
Bloß weil ich mal Koch gelernt habe, sollte niemand denken, dass mich niemals Ängste und Zweifel bezüglich der Herstellung von Gerichten plagen. Zum Beispiel habe ich zwar diverseste Enten “geschoben”, aber die Traute, zuhause eine zu machen fehlte mir lange – die Bedingungen sind ganz andere (ganz davon zu Schweigen, dass gerade größere Bratenstücke gerne mal nebenbei gemacht werden und sie so in der Ausbildung ein wenig Hintanstehen).
Getraut habe ich mich erst, als ich das erste (?) Buch von Hans Gerlach las. In einem Kapitel ging es, natürlich, um Enten. Relativ zu Anfang, der goldene Satz: “Vergessen Sie zuerst alle Tricks“. Gerne. Ich zitiere hier einfach mal ungefragt: “Meistens reicht es aber, die Haut des Vogels von allen Seiten mit einer Rouladennadel einzustechen: So findet das Fett Kanäle, aus denen es herauslaufen kann. Achten Sie dabei darauf, möglichst nicht ins Fleisch zu stechen, sonst läuft auch Fleischsaft aus.” [www.food-und-text.de]
Zunächst habe ich die Ente eingepiekst, mit drei Äpfeln gefüllt und auf ein Ofenrost gelegt. Unter das Rost habe ich eine Ofenform gestellt. Bestückt mit etwas Wasser, Baby-Pastinakenpüree, Orangenscheiben, Zwiebeln, den beigelegten Innereien (Leber, Schlund und Herz), sowie einigen Champignonstielen.
Das wanderte für zwei Stunden bei 200° in den Ofen.
Während die Ente noch bei 100° ruhte, habe ich alles Feste aus der Ofenform, bis auf die Zwiebeln, entfernt, das Fett abgegossen, püriert und die Sauce im Topf erhitzt. Die Sauce war nicht unbedingt der Höhepunkt, erfüllte aber mit dem leichten Orangenaroma ihren Zweck.
Bei Geschmack, Saftigkeit und Konsistenz gab es nichts zu bemängeln. Die Beilagen (Broccoli und Petersilienwurzel) waren etwas verloren. Wenn ich einen Entenbraten mache, so rechne ich doch eher mit mehreren Beilagen, wie Kroketten, Rotkohl und Konsorten. So wirkt es einfach richtiger. Das nächste Mal dann.
Von links nach rechts: Artischocken mit Cumin und Hdp – Entenkeulen, Gewürfelte Tomaten – weiße Bohnen, Zimt, Knoblauch.









Die Entenbrust: Auftaublabla. Die Haut in Karos geschnitten, damit es beim Braten nicht zusammenschnurrt. Dabei möglichst nicht ins Fleisch schneiden.

Kurz bevor es wieder Zeit zum Ablöschen war, habe ich die Knochen mit drei EL Mehl bestäubt und kräftig durchgerührt, sodass das Mehl kurz angeschwitzt/mitgebraten wurde. Hier gilt Vorsicht, denn das Mehl brennt schnell an. Mit einem Liter Wasser habe ich aufgegossen – generell aber bis die Knochen leicht bedeckt sind. Den Bratsatz vorsichtig vom Boden schaben.
Das Alles für etwa eineinhalb Stunden köcheln lassen und gelegentlich mit einem Löffel Fett und Schmutz (zeigt sich als Schaum) entfernen. Dann durch ein feines Sieb in einen Topf passieren, dort weiteres Fett und Schmutz entfernen und etwa auf die Hälfte des ursprünglichen Volumens einkochen lassen (ich hatte am Ende einen halben Liter).