Petit Jus
Das Lehrbuch sagt: Knochen in walnußgroße Stücke hacken.
Ich sage: ok und nehme den Schnitzelklopfer und (in Voraussicht) das entbehrlichste Messer. Das Ergebnis:
Nun gut – für Ersatz ist gesorgt.
Die eigentliche Vorrede: Meines Erachtens braucht man selten Jus oder speziell angefertigte Saucen, aber ich habe gelegentlich Lust auf Schnitzel Nature mit Gemüsen und etwas Sauce, am Besten eben Jus. Da ein Grand Jus selber nur eine Grundsauce ist, der für sich genommen bereits aufwändig genug ist, habe ich mich einfach mal hingestellt und eine kleinere Variante gemacht – Petit Jus. Wenn ich es jetzt recht bedenke, ist es immer noch viel Aufwand.

Ein Satz Röstgemüse Sellerie, Karotten und Zwiebeln, die mit den Kalbsknochen und etwas neutralem Fett im Ofen bei 160°, unter gelgegentlichem Wenden, für eineinhalb Stunden bräunten. Um den Jus später leicht gebunden zu erhalten kann man den Ansatz auch etwa eine halbe Stunde vor Ende der Röstzeit mit Mehl bestäuben.
Auf Salz sollte man wegen des späteren Reduzierens erst einmal verzichten.

Nach der Röstzeit wanderte der Saucenansatz in einen Topf, wo alles knapp bedeckt von Wasser für weitere eineinhalb Stunden sanft köchelte. An dieser Stelle kamen hinzu: Lauch, Pfefferkörner, Wachholderbeeren und Lorbeer. Außerdem habe ich mit etwas Wasser den Bratsatz aus der Ofenform geschabt und ebenso in den Topf gegeben.

Nach dem Auskochen hat man nun so etwas wie eine dunkle Kalbsbrühe. Die Gemüse, Gewürze und die Knochen von der Brühe trennen und wegwerfen. Die Brühe auf ein Drittel des ursprünglichen Volumens einkochen. Dann erst mit Salz abschmecken.

Es kann schon ein wenig enttäuschend sein, wie wenig übrigbleibt. Ich denke hier waren es vielleicht 0,2 l.
Diese habe ich dann ganz leicht mit Kartoffelstärke gebunden. Laut Lehrbuch soll ein Jus gelieren, das tat die kleine Variante nur im Kühlschrank.
Insgesamt kamen nach gut vier Stunden Nettozeit (ich habe die Schritte über einen kompletten Tag verteilt) vier Portionen Sauce heraus. Manchmal muss das aber sein und das Ergebnis belohnt durchaus.


















