Endlich habe ich mich getraut, eine Ente zu machen, obschon die Angst vor trockenem Fleisch groß war. So viel vorweg: die Sorge war unbegründet, juhuu.
Ich habe mich an die grundlegende Anweisung von Hans Gerlach (Kochen (fast) ohne Rezept) gehalten, desen Kernaussage ist: Nix mit der Ente tun, außer die Haut einstechen, damit das Fett abfließen kann. Das ist so schön einfach, dass es mir leicht fiel, die Anweisung zu befolgen.
Alles hat bereits Mittags begonnen: Ich habe geschälte Kartoffeln aufgesetzt und eine Portion Rotkohl zum Auftauen herausgenommen und eine Birne hineingeschnitten, die später darin verkochen soll.

Die gekochten Kartoffeln habe ich abgegossen, ein wenig ausdampfen lassen und in eine Schüssel passiert (‘Flotte Lotte’, wie man wohl sagt).
die passierten Kartoffeln mit Salz, Pfeffer, Muskat gewürzt und vier EL Mehl dazu gegeben (klassisch wäre wohl Kartoffelstärke richtiger, die hatte ich aber nicht da). Zu einem Teig verkneten und ein wenig abkühlen lassen, so dass ein Ei, das dann dazu kommt, nicht gerinnt.
Wieder verkneten und mit Mehl die Konsistenz dergestalt anpassen, dass ein Teig, der locker, aber stabil genug zum Formen ist, dabei herauskommt (Duchessemasse).

Den Teig nun in kleinere Kugeln formen und diese auf einem Brett zu “Würsten” ausrollen, die dann in krokettengroße Stücke geschniten werden (also ca. 3 cm Durchmesser, 5 cm lang). Nach dem Schneiden muss man wahrscheinlich ein wenig nachformen.

Die Burschen nun panieren – gemehlt sind sie ja schon. Später werden sie für drei Minuten in Pflanzenöl frittiert.
Der Hauptdarsteller.
In einem Bräter habe ich (freilich geschnitten) zwei Karotten, zwei Zwiebeln und zwei Zehen Knoblauch platziert. Darauf (in weiser Voraussicht) einen halben Liter gefrorenen Geflügelfond gelegt und mit Lorbeer, Salz, Pfeffer, Kümmel, HdP und Tomatenmark gewürzt.
Die Entenhaut, wie angesprochen, angestochen, leicht gesalzen und von Innen mit Rosmarin, Salz und Pfeffer gewürzt.

Das in den auf 190 Grad heißen, vorgeheizten Ofen gegeben und zwei Stunden braten lassen. Wie erwähnt, habe ich unterdessen nicht begossen.

Gut, die Haut war nicht knusprig, wie im Buch angegeben, aber die Ente war auch an der Brust schön zart und kein Stück trocken. Eine Sauce aus dem Bratfond zu ziehen, war nicht notwendig, es war saftig genug und so konnte ich mir auch hektisches Hantieren und Warmhalten ersparen.
Der Vollständigkeit halber: Den Rotkohl habe ich etwa eine halbe Stunde bei mittlerer Temperatur gekocht.
Das generelle Timing orientiert sich natürlich an der Ofenzeit der Ente.
Die übrigen Zutaten lassen sich gut vorbereiten – einige Kroketten, eher die Mehrzahl, habe ich später (unfrittiert) eingefroren.