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HdP, EL und Glas

3. März 2006 Kommentare ausgeschaltet

HdP
Das sind Herbes de Provence oder Kräuter der Provence. Ich bin zu Faul, das ewig auszuschreiben, daher die kryptische Abkürzung.
Dem wäre noch hinzuzufügen, dass ich HdP für die vernünftigste Variante getrockneter Kräuter halte und sie daher oft verwende. Die Meisten anderen gehen tatsächlich leider eher in Richtung Stroh. Mit HdP lassen sich viele Gerichte gut verschönern. Ansonsten, und das gehört eigentlich nicht hier her, empfehle ich eher TK-Kräuter – frisch ist zwar schön und gut, aber teuer und pflegeintensiv.

Maßeinheiten – hinfort!
Die herkömmliche (und sicher sinnvolle) Art Gerichte zu kochen umfasst Rezeptangaben in Gramm, Litern, Ess- oder Teelöffeln und einigen Einheiten mehr. In fast jedem Kochbuch findet man ein entsprechendes Glossar, selbst wenn alles super einfach sein soll, muss man sich diesem Diktat unterwerfen – das ist natürlich beidseitig so, also seitens der Autoren und der Kochbuchleser.

Nichtsdestotrotz ist das fortwährende nachschauen der Mengen und Zutaten zum Einen und das Zeit raubende Abwiegen und Zusammensuchen zum Anderen ein maßgeblicher Grund, die Lust am Kochen zu verlieren – auch ein Grund, warum ich so wenige Kuchen und ähnliches mache (und auch, warum ich mich jahrelang vor Bratenstücken scheute). Ich brauche bestimmt insgesamt ein Drittel mehr Zeit, nur um die Zeile wiederzufinden, die ich schon dreimal vorher gelesen habe und die Kleinigkeit, die fehlt zu finden; dann suche ich die Zeile wieder.

Leider kann ich auch nur bedingt eine Alternative anbieten:
Kennen Sie sich selbst und Ihre Vorlieben. Das erscheint auf den ersten Blick etwas platt, erleichtert aber nach kurzer Zeit das Kochen erheblich.
Zu Beginn steht Versuch und Irrtum, der eventuell mit Hunger bestraft wird (aber dafür gibt es ja Brot …).

Ein Beispiel für den Gebrauch von Glas, Risotto:
Ich hatte nie Lust mir zu merken, wie viel Flüssigkeit welche Reissorte braucht, sprich, wie viel habe ich hinterher. Also habe ich mich hingestellt und ein Glas aus dem Schrank genommen – wie viel genau reinpasst? Keine Ahnung. Ich habe jedenfalls festgestellt, dass dieses Glas, nicht ganz gefüllt mit Reis prima zwei Portionen ergeben.
Und wie viel Flüssigkeit nun? Da habe ich dasselbe Glas genommen und einfach probiert (im Falle Risotto braucht man 2 oder 2,5 Glas Flüssigkeit – das weiß ich aber nur, weil ich es probiert habe, es zu lesen und zu merken, fiel mir deutlich schwerer). Das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, ist dass Sie nicht genug haben (oder zu viel, freilich). Wenn Sie also nur für sich kochen und die Menge haut nicht hin, beim nächsten Mal wissen Sie es.

EL/TL
Ich meine zu erinnern, dass das Standardmaß für Teelöffel 5 Gramm sind und für eine Tasse 150 Milliliter. Da gibt es sicher noch einiges mehr.
Meine Teelöffel sind kleiner (von Dichte und Masse verschiedener Zutaten schweige ich hier mal) und ich besitze nur Becher. Waagen nerven mich. Und nun? Selbes Prinzip. Wenn nun also irgendwo (wie auch ich es schreibe) etwas von 2-3 TL steht, dann ist das für mich nur eine Volumenangabe – blicke ich in den Topf, sieht es so aus, als würde die Menge, die ich gerade reinschmiss nicht auf einen Teelöffel passen…
Ihr Gericht, wird es Ihnen verzeihen oder es kompensieren. Geht es um stark dominante Sachen, wie Essig, Zitrone, Chili, Ingwer, Kreuzkümmel Salz, so ist natürlich vorsicht geboten. Aber dieses Wissen im Hinterkopf, sollten Sie einfach weniger nehmen und gegebenenfalls nachlegen.

Und auch hier gilt: Ein- bis zwei Mal verschätzt, für’s dritte Mal gelernt.

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